Bericht Mont Blanc Besteigung am 17.8.2012


Teilnehmer: Erika Hahn und Paul Sodamin, Bericht: Erika Hahn
Unser Ziel war Chamonix , wohl mit dem Gedanken im Hinterkopf , vielleicht den Mt.Blanc ( 4810m ) besteigen zu können – Gut Ding braucht Weile -

 
Es bedarf einer wohl überlegten Vorbereitung , um sich an dieses schwierige Unternehmen heranzuwagen. Also beschlossen wir ein paar Viertausender in der Schweiz zu begehen, um uns an die Höhe zu akklimatisieren.

 


 Am 11. August, von Bregenz kommend, erreichten wir mittags Saas Fee. Nach umständlichem Packen der Rucksäcke auf dem Parkplatz, fuhren wir mit dem Alpenexpress zur Station Allalin. Von dort stiegen wir zum Allalinhorn ( 4027m ) auf. Es war eine kurze Tour doch gerade recht, um sich an die dünne Luft ein bisschen zu gewöhnen. Nach raschem Abstieg zur Bahn und Abfahrt bis zur Zwischenstation marschierten wir zur Britannia Hütte ( 3030m ) zur Nächtigung

 Am 12. August ging es auf den nächsten Viertausender, den Alphubel ( 4206m ). Nach langem Gletschermarsch gab es eine schöne Gratkletterei, danach steilen Anstieg auf die Eisnase.

9,5h waren wir bei traumhaftem Wetter unterwegs. Wir übernachteten wieder in der Brittania Hütte und bestiegen das Strahlhorn (4190 m) als nächstes Ziel. 11,5h waren wir unterwegs , mit dem „Schnaufen“ klappte es immer besser. Jetzt konnten wir wieder ins Tal fahren. Nach 3 Viertausendern war ein Ruhetag nötig und wir reisten am 14. August nach Chamonix. Am 15. August ging es mit der Seilbahn auf die Aiguille du Midi ( 3842 m ), von wo sich uns ein faszinierender Rundblick bot.

Eine Kletterei in 4000m Höhe, der Cosmiques Grat, stand auf dem Programm. Es war nicht schwierig, allerdings spürte ich beim Klettern ganz besonders die Höhe. Eine Schlechtwetterfront nahte, und so hatten wir Zeit, uns im Tal nochmals auszuschlafen. Zum Glück war es nur ein kurzes Zwischentief, der Wetterbericht war sehr gut und wir beschlossen das große Ziel, den Mt. Blanc, anzugehen. Am 16. August fuhren wir mittags nochmals auf die Aiguille du midi und erreichten 50 Minuten später um 15 Uhr die Cosmiques Hütte ( 3613 m ). Nachmittagsschlaf und Faulenzen auf der Sonnenterrasse waren eine mentale Stärkung für den großen Tag.

17. August: Nach dem Weckruf um 0.30 Uhr und einem spartanischen Frühstück ging es um 1.30 Uhr los. Die Nacht war sternenklar, und voll adjustiert mit Steigeisen und Pickel marschierten wir angeseilt weg. Das Eis glitzerte im Licht der Stirnlampen. Es war phantastisch und aufregend zugleich. Endlos zog sich der Weg über den Gletscher, der sehr bald so steil wurde, dass man sich in Kletterhaltung bewegen musste.

Es gab zwei schwierige Stellen, nämlich Gletscherspalten, die man nicht waagerecht überqueren konnte, sondern bergauf, wie über eine Randkluft, bewältigen musste. Ein glattes, mir fast senkrecht erscheinendes Eisfeld war eine große Herausforderung, noch dazu, da ich mit dem Einsetzen des Eispickels nicht so sehr vertraut war. Wir überquerten den Mt. Blanc du Tacul ( 4248m ), sowie den Mt. Maudit ( 4465m ) bis wir nach sieben, mir endlos erscheinenden, anstrengenden Stunden über den Ostrücken den Gipfel des Mt. Blanc (4807 m) erreichten . – GESCHAFFT –

Ein unbeschreibliches Glücksgefühl erfüllte mich, fast zu Tränen gerührt, hätte ich am liebsten die ganze Welt umarmt. Es bot sich uns ein gewaltiger Rundblick. Wir standen auf dem höchsten Berg Europas! Zum Glück war es nicht kalt. Die 0-Grad Grenze lag bei 4500m, so konnte mir der Sturm nichts anhaben. Ursprünglich hatten wir vor, eine Mt. Blanc Überschreitung zur Gouter Hütte zu machen, doch wegen der warmen Temperatur gab es erhöhte Steinschlaggefahr und wir nahmen denselben Weg zurück.

Insgesamt waren wir 14,5h unterwegs. Ich war erschöpft und spürte, dass ich an meine Grenzen gestoßen bin. Die Glückshormone, die man nach solchen Leistungen produziert, versetzten mich in einen rauschartigen Zustand.
Der größte Sieg ist der Sieg über sich selbst.

Der Eiger (3970 m) über den Mittelegigrat und das Matterhorn (4478 m) über den Hörnligrat, sowie die Überschreitung Bianco Grat – Piz Bernina – Piz Palü zählen in den letzten Jahren zu meiner Sammlung der bekannten Schweizer Berge.
 

 

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